Bart, und wie es dazu kam

Bart, Bartgeschichte, Bartpflege

Die faszinierende Geschichte der Bart-Kultur:

Vom Herrschaftssymbol zum Lifestyle-Accessoire

 

 

Nach vielen bartlosen Jahren, wird es in Deutschland wieder haariger: Jeder dritte Mann trägt mittlerweile einen Bart und jede zweite Frau findet das attraktiv. Bärte feiern ein echtes Revival in Deutschland – und sind als modisches und hippes Accessoire endlich angekommen in unserer Gesellschaft. Das war jedoch ein ziemlich langer und steiniger Weg, der bereits im alten Ägypten seinen Anfang nahm. Wir nehmen dich mit auf einen kleinen Ausflug in die faszinierende Geschichte der Bart-Kultur. Viel Spaß!

Mit den ägyptischen Königsbärten fing alles an

Schon einmal einen Bart in Penisform gesehen? Im alten Ägypten lagen solche Kinnbärte voll im Trend. Das Besondere: Solche Bärte durften nicht von allen getragen werden, sondern lediglich von Pharaonen und Pharaoninnen – denn der Bart war ein Zeichen für Stärke, Dominanz und Potenz. Die Ägypter waren die ersten, die eine bewusste Bart-Kultur pflegten.

Übrigens hast du richtig gelesen: Auch weibliche Pharaoninnen trugen einen Bart. Zu allem Überfluss sah dieser auch noch aus wie dein Pippiman. Ein Trend, der sich zum Glück nicht durchgesetzt hat.

Der Bart breitet sich aus

Die alten Ägypter waren jedoch nicht die einzigen, mit einer ausgeprägten Bart-Kultur. Schon damals waren die Bart Stile und Vorlieben sehr unterschiedlich: Während die Perser sich einen langen und wilden Vollbart stehen ließen, legten die Mesopotamier großen Wert auf gepflegte Bärte. Mit Öl und Eisenzangen kreierten sie erstaunliche Bartfrisuren, die heute wohl einige Preise bei Bartwettbewerben abräumen würden.

Und die germanischen Stämme ließen ihre Gesichtshaare einfach fröhlich sprießen. Erst wenn ein Mann seinen ersten Feind tötete, durfte rasiert werden. Auf in die Schlacht!

Der Bart als Zeichen der Weisheit

Auch die alten Griechen liebten ihre Bärte. Vor allem unter Philosophen galt eine gelockte Bartpracht als Zeichen der Weisheit. Ob Sokrates, Platon oder Pythagoras: Sie alle trugen Ihren Bart deshalb voller Stolz. Bärte waren im alten Griechenland sogar so angesehen, dass eine Rasur häufig als Bestrafung eingesetzt wurde.

 

Herrscher als Trendsetter

Wer sich mit Bart Geschichte befasst, der stellt fest: Vor allem die Herrscher der jeweiligen Länder setzten die Bart-Trends. Sie entschieden, ob Bärte in Mode sind oder nicht. Ob sich die Bevölkerung lieber rasiert oder stolz ihren Bart trägt. In unserem Nachbarland Frankreich war man sich lange uneinig: Während Heinrich IV den Bart salonfähig machte, änderte sich das ziemlich schnell mit König Ludwig XIV.

Viele Herrscher machten sich ihren Bart auch zum Markenzeichen. In Deutschland (traditionell ein Bartland) war es zum Beispiel Kaiser Wilhelm, der für seinen gezwirbelten Schnurrbart bekannt war. Und in Amerika spricht man noch heute vom „Lincoln-Bart.“

Bartgegner gab es schon immer

Der Bart hatte jedoch schon immer Gegner. Vor allem die Makedonier hatten es auf die unschuldigen Bärte abgesehen: Alexander der Große empfand Gesichtsbehaarung als störend beim Kämpfen – und wies seine Untertanen kurzerhand an, sich doch bitte ordentlich zu rasieren.

Auf die Spitze des Barthasses trieb es der russische Zar Peter: Dieser führte kurzerhand eine Bartsteuer in Russland ein. Wer seinen Bart behalten wollte, musste Bares zahlen.

Die Aufklärung als Bartvernichter

Nie aber war der Bart so stark bedroht, wie im Zeitalter der Aufklärung. Während prägende Figuren der Weltgeschichte meist Bartträger waren, änderte sich das plötzlich schlagartig. Die großen Dichter und Denker der Aufklärung waren nicht nur geniale Visionäre, sie waren auch glattrasiert wie ein Babypopo – und ausgesprochen bartfeindlich: Von Immanuel Kant über Voltair bis hin zu Jean-Jacques Rousseau, Goethe, Schiller oder  Gotthold Ephraim Lessing – niemand trug einen Bart.

Mit der Zeit kamen dann sogar elektrische Rasierapparate und günstige Wegwerfklingen hinzu. Das Rasieren wurde so einfach wie nie – und der Bart schien am Ende…

Wäre da nicht der Dreitagebart als Retter in Not gekommen.

Die Rettung in höchster Not

Mit dem Dreitagebart erlebte der Bart ein fulminantes Comeback – und kämpfte sich in den letzten 10 Jahren mühsam zurück in unsere Gesellschaft. Mittlerweile nicht mehr nur als Dreitagebart, sondern in unzähligen Varianten, Formen und Bart Stilen. Der größte Unterschied zu damals? Heute setzen nicht Könige und Herrscher die Trends, sondern Stars, Sportler und Schauspieler. Der Bart wurde zum Lifestyle-Accessoire und Männer auf der ganzen Welt tragen ihn wieder mit Stolz.